Familienbuch Euregio

Kurt Winter
* 14.10.1912 jd Korschenbroich    + 27.04.1942 Salaspils
Beruf: Vertriebsbeauftragter (Salesman) 
[ShermanZander] S.20, Mit den Winters verband uns eine enge Freundschaft. Ende Februar (1940) lernte ich ihren ältesten Sohn Kurt kennen, der eben aus dem KZ Oranienburg entlassen worden war. (...) Über ihre Erlebnisse im KZ sprachen sie kein Wort. Sie hatten bei ihrer Entlassung eine Erklärung unterschreiben müssen, dass sie strengstes Stillschweigen wahren würden, anderenfalls würden sie sofort wieder eingesperrt werden. Erst viel später, als ich mit Kurt Winter schon sehr befreundet war, erzählte er mir einzelne Episoden aus dem KZ. Es fiel mir unendlich schwer, das alles zu fassen und zu verarbeiten. Aber dann hörte man: Der ist verstorben, (...) und alle an derselben KZ-Krankheit: »Lungenentzündung«. 
[ShermanZander] S.57, (Sein Bruder) Alfred erzählte uns nachher, dass sie in Salaspils Einzelgräber russischer Kriegsgefangener öffnen mussten, um die Leichen in Massengräber umzubetten. Ohne jegliche Schutzkleidung. Dann setzte Tauwetter ein. Alle hatten offene Frostbeulen an Händen und Füßen und infizierten sich an Leichengift. Tetanusinjektionen gab es nicht. Kurt erkrankte am 24. April (1942). Er bekam hohes Fieber, Delirium, Starrkrampf, Lähmung folgte. Er starb am Morgengrauen des 27. April. - Unter einer großen Tanne wurde er heimlich mit einem Kaddisch beerdigt. 
[Gedenkbuch] Kurt Winter, *14.10.1912 Korschenbroich, wohnhaft in Korschenbroich und Attendorn; Inhaftierung bis zum 20.1.1939 in Sachsenhausen; Deportation am 11.12.1941 ab Düsseldorf nach Riga; umgekommen am 27.4.1942 in Riga-Salaspils 
[YadVashem] Kurt Winter, *14.12.1912 Düsseldorf; wohnhaft in Düsseldorf, während des Krieges in Riga; umgekommen am 27.4.1942 in Salaspils; Sohn von Julius und Henriette; verheiratet mit Hilde Zander; Gedenkblatt eingereicht von seiner Witwe Hilde Sherman, Bogota, Columbia, 1970 
[YadVashem] Kurt Winter, *14.12.1912 Korschenbroich, Salesman, wohnhaft in Korschenbroich; verstorben an einer Tetanus Infektion am 27.4.1942 in Salaspils; Sohn von Julius Winter und Henriette Schwarz; Gedenkblatt eingereicht von seinem Bruder Alfred Winter, Norwalk, USA, 1989 
Opfer der Shoa
Eltern: Julius Winter und Henriette Schwarz
Link: Yad Vashem: Foto von Kurt Winter
Link: Wikipedia: Salaspils
Hilde Zander
* 23.03.1923 jd Wanlo    + 11.03.2011 Jerusalem
[ShermanZander] Hilde Zander, *1923 Wanlo (Mönchengladbach), aufgewachsen in Wickrathberg, Heirat am 6.12.1941 mit Kurt Winter, Internierung am 10.12.1941 im Schlachthof von Düsseldorf, Deportation am 11.12.1941 nach Riga, Verlegung nach Hamburg-Fuhlsbüttel, Befreiung im April 1945, hat ihr Schicksal 1984 in dem Buch "Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto" veröffentlicht. 
Hilde Shermann, 1970 wohnhaft in Bogotá, Columbien, hat die Gedenkblätter zu ihren Familienangehörigen bei der Gedenkstätte Yad Vashem eingereicht. 
Die letzten Jahre ihres Lebens hat Hilde Sherman in Jerusalem verbracht, wo sie am 11.03.2011 verstorben ist 
[Todesanzeige] Hilde Sherman-Zander, *22.3.1923 Wanlo, +11.3.2011 Jerusalem
2 Heiraten:
∞  Kurt Winter

∞  William Sherman
Eltern: Albert Zander und Paula Wiesenfelder
Todesanzeige Hilde Sherman-Zander 2011
Link: Yad Vashem: Hilde Sherman (1923–2011) in Jerusalem verstorben
Link: Schülerprojekt des Leibniz-Gymnasiums Düsseldorf: Hilde Sherman-Zander
Link: Wikipedia: Rettungsaktion der Weißen Busse
  06.12.1941 Korschenbroich
[ShermanZander] S.28f, Auch Winters standen auf der Liste für die Deportationen. Ich meldete mich freiwillig, um zusammen mit Kurt, den ich nach dem Krieg heiraten wollte, deportiert zu werden. (...) Am 6. Dezember (1941), abends nach Shabbat, heirateten Kurt Winter und ich im Haus seiner Eltern. Lehrer Heymann aus Rheydt, ein Freund meines Vaters, vollzog die Trauung unter dem Tallith. Kurt zertrat das Glas: »Masel tow. Le Shanah habaa be Jeruschalajim.« (Viel Glück! Nächstes Jahr in Jerusalem!) Außer Kurts Familie und seiner »halb arischen« Cousine aus Düsseldorf waren meine Eltern, Geschwister und Emma zugegen. Sie waren trotz des großen Risikos gekommen, die Judensterne hatten sie abgelegt. 
Montag morgen gingen Kurt und ich durch die Felder und fuhren, teilweise mit der Straßenbahn und natürlich ohne Judenstern, zu meiner Großmutter, um uns von ihr zu verabschieden. Damals habe ich das Weinen verlernt. Wir blieben noch zwei Tage bei meinen Eltern und Geschwistern. Am Mittwoch, dem 10. Dezember, verabschiedeten wir uns von meiner Mutter und Ruth. Für immer. Gut, dass wir es nicht wussten. Mein Vater und Herbert begleiteten uns zum Bahnhof. Als wir uns verabschiedeten, sah ich meinen Vater zum zweiten Mal in meinem Leben weinen. (...) Mein Bruder sagte nur: »Bis bald... « Ich aber konnte nicht weinen. Ein riesengroßer Stein saß in meiner Brust. Und sitzt noch immer da, bis in alle Ewigkeit... 
[ShermanZander] S.37f, Ghetto Riga 1941, Am 22. Dezember mussten alle Männer von fünfzehn bis 55 Jahren antreten, wurden in Kolonnen aufgeteilt und nach Salaspils abgeführt. Ich rannte in die Wohnung und riss ein Paar Wollsocken und einen Schal an mich, um sie meinem Mann zu geben. (...) Dies war das letzte Mal, dass ich meinen Mann sah. Zwei Wochen nach der Heirat. 
William Sherman
* jd Riga   
Willy Sherman 
Beruf: Drogist 
[ShermanZander] S.63, Ghetto Riga 1942, Willy Sherman erzählte mir nach einiger Zeit, dass er seine Frau Sonja und die beiden Kinder Frieda, 10 Jahre alt, und Lillian, fünf, bei der Aktion vom 6. Dezember (1941) verloren hatte, seine Schwägerin mit der dreijährigen Annette ebenfalls. Willy war von Beruf Drogist wie alle seine Brüder, mit denen er zusammenlebte: Moses, Paul und Salomon. Später, in der Arbeitskolonne, sah ich (in Riga) das Geschäft, die Drogerie von Willy Sherman, Gogolstraße 13, mit dem Namen auf dem Schaufenster. Wir sahen auch das gemeinsame Eigentum der Brüder Sherman in der Dünaburger Straße 69. 
Eltern: Chaim Sherman und Chaia NN
2 Heiraten
Hilde Zander
* 23.03.1923 jd Wanlo    + 11.03.2011 Jerusalem
[ShermanZander] Hilde Zander, *1923 Wanlo (Mönchengladbach), aufgewachsen in Wickrathberg, Heirat am 6.12.1941 mit Kurt Winter, Internierung am 10.12.1941 im Schlachthof von Düsseldorf, Deportation am 11.12.1941 nach Riga, Verlegung nach Hamburg-Fuhlsbüttel, Befreiung im April 1945, hat ihr Schicksal 1984 in dem Buch "Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto" veröffentlicht. 
Hilde Shermann, 1970 wohnhaft in Bogotá, Columbien, hat die Gedenkblätter zu ihren Familienangehörigen bei der Gedenkstätte Yad Vashem eingereicht. 
Die letzten Jahre ihres Lebens hat Hilde Sherman in Jerusalem verbracht, wo sie am 11.03.2011 verstorben ist 
[Todesanzeige] Hilde Sherman-Zander, *22.3.1923 Wanlo, +11.3.2011 Jerusalem
2 Heiraten:
∞  Kurt Winter

∞  William Sherman
Eltern: Albert Zander und Paula Wiesenfelder
Todesanzeige Hilde Sherman-Zander 2011
Link: Yad Vashem: Hilde Sherman (1923–2011) in Jerusalem verstorben
Link: Schülerprojekt des Leibniz-Gymnasiums Düsseldorf: Hilde Sherman-Zander
Link: Wikipedia: Rettungsaktion der Weißen Busse

 
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