Familienbuch Euregio

Friedrich Flick
* 10.07.1883 Ernsdorf / Siegerland    + 20.07.1972 Konstanz
Beruf: Unternehmer 
[Wikipedia] Friedrich Flick, *10.07.1883 in Ernsdorf, Siegerland, †20.07.1972 in Konstanz, war ein deutscher Unternehmer. Er war der Sohn eines Landwirts und finanziell abgesicherten Grubenholzhändlers, der auch einige Anteile an Siegerländer Erzgruben hielt. Seine Söhne waren Otto-Ernst Flick, Rudolf Flick und Friedrich Karl Flick. Der zweitgeborene Sohn Rudolf kam als Soldat am 28. Juni 1941, sechs Tage nach Beginn des Russlandfeldzuges, ums Leben. Flicks Aufstieg begann 1915 als Vorstandsmitglied bei der Charlottenhütte in Niederschelden, in die er sich mit der Zeit einkaufte. Im Ersten Weltkrieg mit seinem Rüstungsboom führte er den Betrieb zu großen wirtschaftlichen Erfolgen und wurde schließlich 1919 sein Generaldirektor. Als Friedrich Flick den Firmensitz im September 1923 nach Berlin verlegte, kaufte er in der Zeit der Inflation nicht wahllos Unternehmen auf, sondern baute zielstrebig das Kerngeschäft im Eisen- und Stahlgewerbe sowie in der Kohlebranche aus. Im Tausch gegen die verschuldeten mitteldeutschen und oberschlesischen Werke erlangte Flick 1926 von Hugo Stinnes Anteile, die ihm schließlich zur Mehrheitsbeteiligung in der neuen Vereinigte Stahlwerke AG verhalfen. Die Charlottenhütte blieb als Holding in Flicks persönlichen Besitz und übernahm 1929 die Aktienmehrheit der Maxhütte. 1933 kauften die Mitteldeutschen Stahlwerke die Allgemeine Transportanlagen-Gesellschaft, die nach dem Ersten Weltkrieg aus den Deutschen Flugzeug-Werken hervorgegangen war. Damit war Flick für das aufkommende Rüstungsgeschäft mit den Nationalsozialisten positioniert. 1937 wandelte er die Siegener Eisenindustrie AG in die Friedrich Flick KG um. Dies bedeutete, dass an der Spitze kein Vorstand einer AG, sondern eine Personengesellschaft stand, die sich zu 95 Prozent im Eigentum der Familie Flick befand. Aufgrund Anfangserfahrungen mit der Übernahme jüdischer Unternehmen in kleinerem Maßstab durch den Flick-Konzern arbeitete 1938 Hugo Dietrich, der Jurist des Flick-Konzerns, die Verordnung über das jüdische Vermögen vom 3. Dezember 1938 für die Nationalsozialisten aus, mit deren Hilfe die Enteignung im großen Stil und auf gesetzlicher Grundlage möglich wurde. Im Verlauf des Krieges stieg der Anteil der Zwangsarbeiter stetig an. Innerhalb des Flick-Konzerns waren im Kriegsjahr etwa 1944 insgesamt zirka 130.000 Arbeitnehmer und davon waren etwa die Hälfte als Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge beschäftigt und wurden ausgebeutet. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in den zahlreichen Betrieben Flicks zehntausende Zwangsarbeiter vor allem aus Osteuropa und Sklavenarbeiter aus Konzentrationslagern eingesetzt. riedrich Flick war einer der größten Profiteure des von den Nationalsozialisten eingeleiteten Rüstungsbooms und der anschließenden Kriegskonjunktur. Als sich das Ende des Krieges abzeichnete, versuchte Flick, der die Nr. 3 auf der Liste des Kilgore Committee der 42 an den NS-Verbrechen am meisten schuldigen Industriellen war, sich auf die Folgen vorzubereiten. Am 8. Mai 1945 verschwand er auf seinen Landsitz, dem Hof Sauersberg, in Wackersberg in Oberbayern. Dort wurde er am 13. Juni 1945 verhaftet. Flick wurde am 22. Dezember 1947 wegen Sklavenarbeit, Verschleppung zur Sklavenarbeit, Ausplünderung der besetzten Gebiete und Teilnahme an Verbrechen der SS zu sieben Jahren Haft verurteilt. Nachdem die Entflechtung im Sinne des Konzerns geregelt war, mussten die Rückerstattungsansprüche der enteigneten jüdischen Unternehmer befriedigt werden. Im Ergebnis dieser Verhandlungen waren die früheren jüdischen Besitzer großer und bedeutsamer Konzerne der Vorkriegszeit in ihrem Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen, im Vergleich zu früher, bedeutungslos geworden und der Flick-Konzern hatte mit diesen Vergleichslösungen kein Schuldgeständnis seiner Verflechtung mit dem NS-Regime und Erpressung der ehemaligen Besitzer gegeben. Friedrich Flick war in den 1950er Jahren wieder einer der reichsten Männer Westdeutschlands geworden. Zu Beginn der 1960er Jahre bestimmte er seinen jüngsten Sohn Friedrich Karl zu seinem Nachfolger. Der älteste Sohn Otto Ernst klagte erfolglos dagegen und schied schließlich 1966 aus der Unternehmensführung aus. In jenem Jahr verstarb auch seine Frau Marie.
Link: Friedrich Flick in Wikipedia
Marie Schuß
* 1890    + 1966
[Wikipedia] 1966 verstarb Friedrich Flicks Ehefrau Marie. 
[Wikipedia] Flick war der Sohn des Unternehmers Friedrich Flick und dessen Frau Marie Schuß, *1890, +1966.
Link: Friedrich Karl Flick in Wikipedia
[Wikipedia] Friedrich Flick und seine Frau Marie Schuß hatten drei gemeinsame Söhne. 
3 Kinder
Otto Ernst Flick
* 27.06.1916    + 04.01.1974 Meerbusch
Beruf: Unternehmer 
[Hilgers] [Wikipedia] Otto-Ernst Flick, *27.06.1916, †04.01.1974 in Meerbusch, war ein deutscher Industrieller, vor allem in der Montanindustrie. Er war der älteste der drei Söhne von Marie und Friedrich Flick. Im Jahr 1937 trat Flick in den von seinem Vater geleiteten Konzern ein. Wie sein Vater wurde auch Otto-Ernst Flick nach Kriegsende verhaftet und unter Anklage gestellt. Es kam später immer wieder zu Konflikten mit seinem Vater, so dass Otto-Ernst Flick 1966 endgültig aus dem Unternehmen ausschied. Mit seiner Frau Barbara Raabe hatte Flick drei Kinder.
mit Barbara Raabe
Link: Otto-Ernst Flick in Wikipedia
Rudolf Flick
+ 28.06.1941
[Wikipedia] Der zweitgeborene Sohn von Friedrich Flick, Rudolf Flick, kam als Soldat am 28. Juni 1941, sechs Tage nach Beginn des Russlandfeldzuges, ums Leben. 
Opfer der Kriege
Friedrich Karl Flick
* Berlin    + 05.10.2006 Auen / Hunsrück
mit Ingrid Ragger
mit Ursula Reuther
Link: Friedrich Karl Flick in Wikipedia
Link: Die Flick-Affäre

 
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