Familienbuch Euregio

Hieronymus Karl Friedrich von Münchhausen
* 11.05.1720 Bodenwerder    + 22.02.1797 Bodenwerder
Hieronymus Karl Friedrich von Münchhausen, genannt der Lügenbaron  
[MLepper] geneanet.org, Hiernoymus Karl Friedrich von Münchhausen, * 11.5.1720 in Bodenwerder, Sohn von Georg Otto von Münchhausen und Sibylle Wilhelmine von Reden. 
[Wikipedia] Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen, * 11.5.1720 in Bodenwerder, + 22.2.1797 Bodenwerder, war ein deutscher Adliger aus dem Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg. Ihm werden die Geschichten vom Baron Münchhausen zugeschrieben. 
Der unter der Bezeichnung Lügenbaron berühmt gewordene Geschichtenerzähler gehört zur sogenannten schwarzen Linie des Adelsgeschlechts der Münchhausen, als dessen bedeutendster Repräsentant zu seinen Lebzeiten aber keineswegs er selbst galt, sondern vielmehr der kur-braunschweig-lüneburgische Premierminister Gerlach Adolph von Münchhausen (* 1688 + 1770). Hieronymus war eines von acht Kindern des Oberstleutnants der Kavallerie Georg Otto von Münchhausen (*1682 + 1724), Gutsherr auf Rinteln und Bodenwerder, dieser wiederum ein Ururenkel des Söldnerführers Hilmar von Münchhausen. Der Vater starb, als Hieronymus erst vier Jahre alt war; seine Mutter, Sibylle Wilhelmine von Reden aus Hastenbeck (*1689 + 1741), hat ihn erzogen. 
Adligem Brauch folgend ging Hieronymus im Alter von 13 Jahren an den braunschweigischen Hof nach Wolfenbüttel. 1737 wurde er Page von Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel, dem künftigen Gemahl der Anna Leopoldowna, einer Nichte und destinierten Nachfolgerin von Zarin Anna von Russland. Anton Ulrich sollte sich in der russischen Aristokratie bewähren, weilte bereits in Sankt Petersburg und diente im Militär. Münchhausen reiste im Dezember 1737 nach Russland, wo er im Februar 1738 ankam. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist er noch im selben Monat seinem Herrn in den Russisch-Österreichischen Türkenkrieg (1736–1739) gefolgt. Einige der ihm zugeschriebenen Lügengeschichten beruhen auf diesen kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Lügengeschichte vom berühmten „Ritt auf der Kanonenkugel“ hat wahrscheinlich die Belagerung der osmanischen Krim-Festung Otschakow durch den russischen Oberbefehlshaber von Münnich zum Hintergrund. 
Von seinem Freund, dem baltischen Landadligen Georg Gustav von Dunten, wurde er wiederholt auf dessen Landgut nahe dem damals livländischen, jetzt lettischen Ort Ruthern (Dunte) eingeladen, wo beide der Entenjagd nachgingen. In einer Schenke der Stadt soll sich Münchhausen erstmals als Geschichtenerzähler betätigt haben. Auf von Duntens Landgut lernte der Baron auch dessen Tochter Jacobine von Dunten kennen, die er dann am 2. Februar 1744 in der Kirche des nahegelegenen Dorfes Pernigel (Liepupe) heiratete. 
1750 nahm Münchhausen seinen Abschied, kehrte nach Deutschland zurück und verlebte mit seiner Frau weitere 40 glückliche, jedoch kinderlose Jahre auf dem ererbten Gut in Bodenwerder an der Weser. Er führte das Leben eines Landedelmannes, der sein Gut bestellt, geselligen Verkehr mit seinen Gutsnachbarn pflegt und dessen liebster Zeitvertrieb die Jagd ist. Im Freundeskreis begann sein Erzähltalent allmählich berühmt zu werden. 
Nach dem Tod seiner Frau 1790 warb der alte Münchhausen um sein Patenkind, die erst 17-jährige Tochter des Majors von Brunn aus Polle: Am 12. Januar 1794 ehelichte er die 20-jährige Bernhardine Brunsig von Brunn. Schon kurz nach der Hochzeit kam es zu schlimmen Zerwürfnissen. Wegen ehelicher Untreue reichte der 73-jährige Baron die Scheidung ein. In einem 3 Jahre lang andauernden und Aufsehen erregenden, ruinösen Scheidungsprozess endete die Ehe. Der Baron verlor dadurch fast sein ganzes Vermögen. 
Ein möglicherweise gelegentlicher Gast in Bodenwerder, Museumsdirektor Rudolf Erich Raspe, stahl – um Schulden zu begleichen – 1774 einige Antiquitäten aus den landgräflichen Sammlungen in Kassel. Der Diebstahl wurde entdeckt, Raspe floh nach England. Um Geld zu beschaffen, veröffentlichte er 1785 in London eine Reihe von Anekdoten und Reiseabenteuern unter Münchhausens Namen, nachdem bereits 1761 Graf Lynar und 1781 ein anonymer Autor erste Münchhausiaden publiziert hatten. Raspes Buch wurde ein ungeheurer Erfolg. Es folgen vier stets erweiterte Neuauflagen. 1786 wurden diese Geschichten von Gottfried August Bürger ins Deutsche übersetzt und dabei nochmals um viele Abenteuergeschichten vermehrt. Diese Publikationen machten Münchhausen zwar weltberühmt, brachten ihm jedoch den Ruf als „Lügenbaron“ ein und gaben ihn – in seinen Augen – der Lächerlichkeit preis. Der Ärger darüber vergällte ihm – neben dem späten Eheabenteuer und dem nachfolgenden Ruin – den Rest seiner Jahre. 
Hieronymus Karl Friedrich von Münchhausen starb am 22.2.1797 in Bodenwerder im Alter von 76 Jahren.
Eltern: Georg Otto von Münchhausen und Sibylle Wilhelmine von Reden
Link: Wikipedia: Das Leben des Baron von Münchhausen

 
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