Familienbuch Euregio

Emil Kirdorf
* 08.04.1847 Mettmann    + 13.07.1938 Mülheim an der Ruhr
Beruf: Industrieller 
[Wikipedia] Emil Kirdorf, *08.04.1847 in Mettmann bei Düsseldorf, †13.07.1938 in Mülheim an der Ruhr, war ein deutscher Industrieller. Er wurde als Sohn des Webereibesitzers Martin Kirdorf und der Amalie Dickens in wohlhabenden Verhältnissen geboren. Die Weigerung der Geschäftsführung, einen mechanischen Webstuhl einzuführen, führte zum Bankrott der elterlichen Weberei, was die Übernahme des elterlichen Betriebs als berufliche Perspektive für Kirdorf ausschloss. Vermittelt durch seinen älteren Bruder Adolph Kirdorf wechselte er in den Bergbau, wo er als Buchhalter bei der Grubenverwaltung der Zeche Holland in Wattenscheid begann. 1871 wurde Kirdorf Direktor der Zeche Holland. Der Unternehmer Friedrich Grillo wurde auf Kirdorf aufmerksam und bot ihm 1873 die Stellung als kaufmännischer Direktor bei der soeben gegründeten Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) an. 1893 wurde Kirdorf Generaldirektor der GBAG, dem zu dieser Zeit nach Fördermenge größten deutschen Bergbauunternehmen. Durch die Übernahme der Zechen Hansa, Zollern und Germania erweiterte Kirdorf die GBAG, gliederte ihr 1904 den von Grillo gegründeten Schalker Gruben- und Hüttenverein an und baute durch die Übernahme von Kohlehandels- und Reedereiunternehmen die GBAG zu einem gemischten Konzern aus. Den von seinem Bruder Adolph wesentlich aufgebauten „Aachener Hütten-Aktien-Verein Rothe Erde“ gliederte er nach einer Interessengemeinschaft seit 1904 im Jahre 1907 endgültig seinem Unternehmen an. Unmittelbar darauf begann die Vorplanung für die ab 1909 in Esch-sur-Alzette in Luxemburg, das zum Deutschen Zollverein gehörte, errichtete Adolf-Emil-Hütte, die 1912 fertiggestellt wurde und als eine der modernsten Anlagen ihrer Zeit galt. Kirdorf war zeitlebens als Reaktionär für seine autoritären Ansichten bekannt. So wurde Kirdorf aktiver Förderer des Aufstiegs Adolf Hitlers. Am 4. Juli 1927 traf er sich erstmals mit Hitler und wurde bald darauf Mitglied der NSDAP. Am 26. Oktober 1927 hörten sich 14 „Wirtschaftsführer“ einen Vortrag Hitlers im Hause Kirdorfs an. 1928 trat Kirdorf jedoch bereits wieder aus der Partei aus und wandte sich wieder der DNVP zu, da ihm der Antikapitalismus der Nationalsozialisten zu stark erschien. Den Kontakt zu Hitler pflegte er jedoch, so dass er beim Reichsparteitag in Nürnberg vom 1. bis 4. August 1929 Ehrengast war. Er förderte Hitlers Verbindungen zur Industrie. 1934 trat er der NSDAP wieder bei. In seinem Tagebuch machte Joseph Goebbels unter dem 15. November 1936 die Eintragung: „Führer erzählt, wie er sich einmal erschießen wollte, weil ihm die Wechselschulden über den Kopf wuchsen. Da hat ihm Kirdorf mit 100.000 Mark geholfen.“ Hitler umschmeichelte Kirdorf als „nationale Legende“. Dessen Geburtstage ließ er mit Fackelzügen feiern. Am 10. April 1937 notierte Goebbels in sein Tagebuch: „Der Führer ist sehr lieb zu Kirdorf. Er verdankt ihm aus der Kampfzeit die Rettung seiner Partei und seiner Person.“ Zu seinem 90. Geburtstag verlieh Hitler den Adlerschild an Kirdorf, die höchste zivile Auszeichnung des nationalsozialistischen Deutschen Reiches. Nach Kirdorfs Tod am 13. Juli 1938 ließ Hitler ihn mit einem Staatsbegräbnis beisetzen.
Eltern: Martin Kirdorf und Amalie Dickens
Link: Emil Kirdorf in Wikipedia

 
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