Familienbuch Euregio

Friedrich von Bodelschwingh
* 06.03.1831 ev Lengerich / Westfalen    + 02.04.1910 Gadderbaum
Beruf: Landwirt, Gutsverwalter, Evangelischer Geistlicher 
[Lüth] [IGI] [Taufbuch] Lengerich (Kr. Tecklenburg), Evangelische Kirche, Friedrich Christian Carl von Bodelschwingh, *06.03.1831, Taufe am 08.04.1831 in Lengerich / Westfalen, Sohn von Ernst von Bodelschwingh und Charlotte von Diest 
[Lüth] [Wikipedia] Friedrich von Bodelschwingh, später auch Friedrich von Bodelschwingh der Ältere, *06.03.1831 in Tecklenburg, +02.04.1910 in Bielefeld-Gadderbaum, Sohn von Ernst Albrecht von Bodelschwingh-Velmede und Charlotte von Diest, war evangelischer Pastor und Theologe in Deutschland. Er arbeitete in der Inneren Mission. Er war verheiratet mit Ida von Bodelschwingh, Tochter von Carl von Bodelschwingh Elise Freiin von Bodelschwingh-Plettenberg. 
Durch die Kontakte seines Vaters zum Haus Hohenzollern wurde Friedrich als Kind zum Spielgefährten des späteren Kaisers Friedrich III. ausgewählt – vielleicht mit der Grund dafür, dass Friedrich von Bodelschwingh zeit seines Lebens Monarchist blieb. nach dem Abitur von 1849 bis 1851 eine Ausbildung zum Landwirt. Er wurde Verwalter eines modernen Gutshofes in Gramenz, Kreis Neustettin, in Hinterpommern, wo er zum ersten Mal mit der Not der landlosen Bevölkerung konfrontiert wurde. Als Gutsverwalter war er dort bis 1854 tätig. Sein Wunsch, Menschen zu helfen, wuchs, und er wollte in die Mission gehen. Seine Eltern überredeten ihn jedoch, zunächst Evangelische Theologie zu studieren. Er studierte in Basel, Erlangen und Berlin und wurde 1863 Pfarrer. Seine erste Gemeinde war die Evangelische Mission unter den Deutschen in Paris. In der französischen Hauptstadt lebten damals rund 80.000 deutsche Auswanderer, die ihren Lebensunterhalt als Tagelöhner (z.B. als Gassenkehrer) verdienten. Als seine Frau Ida nach der Geburt des ersten Kindes an Wochenbettdepression erkrankte, zog die Familie auf Anraten der Ärzte zurück nach Deutschland. Von Bodelschwingh nahm eine Pfarrstelle in Dellwig bei Unna an. 1869 starben innerhalb von zwei Wochen seine vier Kinder Ernst (geb. 7. Februar 1863), Friedrich, Elisabeth und Karl an Diphtherie. Bis 1877 bekam das Paar noch einmal vier Kinder. 
1872 wurde er Leiter der 1867 gegründeten Evangelischen Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische bei Bielefeld. Als er am 2. April 1910 starb, übernahm sein Sohn Friedrich von Bodelschwingh (Pastor Fritz) die Leitung der nunmehr Bodelschwinghschen Anstalten (seit Januar 2010 von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel).
Eltern: Ernst Albrecht von Bodelschwingh-Velmede und Charlotte von Diest
Link: Wikipedia: Friedrich von Bodelschwingh der Ältere
Link: Biografie Friedrich von Bodelschwingh 1831-1910
Link: Wikipedia: Von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel
Link: Die Bethel-Chronik: 140 Jahre Menschlichkeit
Link: Bethel historisch - Die Bodelschwinghs
Persönlichkeiten im Spiegel Aachener Straßen
Ida von Bodelschwingh
* 15.04.1835 ev Unna    + 05.12.1894 Lemgo
[Lüth] [Wikipedia] Ida Friederize Caroline Luise Wilhelmine von Bodelschwingh, *15.04.1835 auf Haus Heyde bei Unna, 05.12.1894 in Lemgo, Tochter von Carl von Bodelschwingh Elise Freiin von Bodelschwingh-Plettenberg, half an der Seite ihres Mannes Friedrich von Bodelschwingh mit, die weltbekannten von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel aufzubauen.
Eltern: Carl von Bodelschwingh-Velmede und Elise von Bodelschwingh-Plettenberg
Link: Wikipedia: Ida von Bodelschwingh
Link: Bethel historisch - Die Bodelschwinghs
  18.04.1861 Unna
[Lüth] [IGI] Heirat am 18.04.1861 in Unna zwischen Friedrich von Bodelschwingh, 30 Jahre, Sohn von Ernst von Bodelschwingh, und Ida von Bodelschwingh, 25 Jahre, Tochter von Carl von Bodelschwingh 
8 Kinder
Ernst von Bodelschwingh
* 07.02.1863 ev Paris    + 1869 Dellwig / Unna
[Lüth] [Wikipedia] Ernst von Bodelschwingh, *07.02.1863, Sohn von Friedrich von Bodelschwingh und Ida von Bodelschwingh, starb Anfang des Jahres 1869, wie seine drei Geschwister, an Diphtherie.
Elisabeth Sophie von Bodelschwingh
* 16.07.1864 ev Dellwig / Unna    + 20.01.1869 Dellwig / Unna
Elisabeth Sophie Luise Frieda von Bodelschwingh 
[Lüth] [IGI] [Taufbuch] Dellwig (Kr. Hamm), Evangelische Kirche, Elisabeth Sophie Luise Frieda von Bodelschwingh, *16.07.1864, Taufe am 09.08.1864 in Dellwig (Kr. Hamm), Westfalen, Preußen, Germany, +20.01.1869, Tochter von Friedrich von Bodelschwingh und Ida von Bodelschwingh 
[Lüth] [Wikipedia] Elisabeth von Bodelschwingh, Tochter von Friedrich von Bodelschwingh und Ida von Bodelschwingh, starb Anfang des Jahres 1869, wie ihre drei Geschwister, an Diphtherie.
Friedrich Karl von Bodelschwingh
* 28.02.1866 ev Dellwig / Unna    + 1869 Dellwig / Unna
[Lüth] [IGI] [Taufbuch] Dellwig (Kr. Hamm), Evangelische Kirche, Friedrich Karl von Bodelschwingh, *28.02.1866, Taufe am 17.03.1866 in Dellwig (Kr. Hamm), Westfalen, Preußen, Germany, Sohn von Friedrich von Bodelschwingh und Ida von Bodelschwingh 
[Lüth] [Wikipedia] Friedrich von Bodelschwingh, Sohn von Friedrich von Bodelschwingh und Ida von Bodelschwingh, starb Anfang des Jahres 1869, wie seine drei Geschwister, an Diphtherie.
Carl von Bodelschwingh
* 29.12.1867 ev Dellwig / Unna    + 24.01.1869 Dellwig / Unna
[Lüth] [IGI] [Taufbuch] Dellwig (Kr. Hamm), Evangelische Kirche, Carl von Bodelschwingh, *29.12.1867, Taufe am 22.01.1868 in Dellwig (Kr. Hamm), Westfalen, Preußen, Germany, +24.01.1869, Sohn von Friedrich von Bodelschwingh und Ida von Bodelschwingh 
[Lüth] [Wikipedia] Karl von Bodelschwingh, Sohn von Friedrich von Bodelschwingh und Ida von Bodelschwingh, starb Anfang des Jahres 1869, wie seine drei Geschwister, an Diphtherie.
Wilhelm von Bodelschwingh
* 27.09.1869 ev Dellwig / Unna    + 17.03.1921 Bethel / Bielefeld
Ernst Friedrich von Bodelschwingh 
Beruf: Evangelischer Geistlicher 
[Lüth] [IGI] [Taufbuch] Dellwig (Kr. Hamm), Evangelische Kirche, Ernst Friedrich von Bodelschwingh, *27.09.1869, Taufe am 19.10.1869 in Dellwig / Unna, Sohn von Friedrich von Bodelschwingh und Ida von Bodelschwingh 
[Lüth] Bethel historisch: Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bielefeld und Gütersloh nahm Wilhelm von Bodelschwingh das Studium der Theologie auf. Er besuchte die Universitäten Basel, Halle-Wittenberg und Greifswald und das Domkandidatenstift zu Berlin. Die Ordination fand 1895 in der Betheler Zionskirche statt. Unmittelbar darauf wurde er vom Vater zum Dienst in der deutschen Seemannsmission in Edinburgh abgeordnet, nach nur knapp einem Jahr jedoch nach Bethel zurückgerufen, um den Vater bei der Leitung des Diakonissenhauses Sarepta zu unterstützen. 1897 heiratete er Luise Freiin von Ledebur.  
Er starb am 17. März 1921 völlig überraschend an einer Lungenentzündung. 
oo 29.09.1897 mit Luise von Ledebur
Link: Bethel historisch - Die Bodelschwinghs
Gustav von Bodelschwingh
* 03.11.1872 ev Bethel / Bielefeld    + 26.02.1944 Bethel / Bielefeld
Gustav von Bodelschwingh 
Beruf: Evangelischer Geistlicher, Hauslehrer, Missionar 
[Lüth] [IGI] [Taufbuch] Marienkirche Neustadt (Bielefeld), Evangelische Kirche, Friedrich Gottfried von Bodelschwing, Taufe am 26.11.1872 in Bielefeld-Neustadt, Sohn von Friedrich von Bodelschwing und Ida von Bodelschwing 
[Lüth] Bethel historisch: Gustav von Bodelschwingh studierte Theologie in Greifswald und Berlin, dann schickte ihn ein Machtwort des Vaters nach Basel, wo er mit der Brüdergemeinschaft St. Crischona und dem Basler Missionshaus in Kontakt kam. Kurz darauf schickte ihn der Vater zur ersten internationalen Missionskonferenz nach Liverpool – dort reifte Gustavs Entschluss heran, Missionar zu werden. Nach einigen beruflichen Stationen als Hauslehrer in Mecklenburg, Hilfsprediger seines Vaters in Bethel und Vikar in Krombach im Siegerland erhielt er 1901 eine Stelle als Pfarrer in Dünne bei Bünde. 1902 heiratete er Adelheid von Ledebur, die jüngere Schwester Luise von Bodelschwinghs, der Frau des älteren Bruders Wilhelm. Nach weiteren Jahren in Bethel (1909-12) konnten Gustav von Bodelschwingh und seine Familie endlich nach Afrika aufbrechen. Im Dienste der Bethel-Mission arbeitete er in Usambara, später in Ruanda. Er leistete Lazarettdienst bei der deutschen Kolonialtruppe, geriet in Kriegsgefangenschaft und wurde schließlich in der Schweiz interniert. Nach dem ersten Weltkrieg wurde er wieder in Bethel tätig. 
Am 26. Februar 1944 starb er an den Folgen einer Operation im Krankenhaus Gilead in Bethel. 
oo 11.04.1902 mit Adelheid Ledebur
Frieda von Bodelschwingh
* 13.03.1874 ev Brackwede    + 28.05.1958 Bethel / Bielefeld
Beruf: Krankenschwester 
[Lüth] [IGI] [Taufbuch] Brackwede, Evangelische Kirche, Frieda von Bodelschwingh, Taufe am 13.03.1874, Tochter von Friedrich von Bodelschwingh und Ida von Bodelschwingh 
[Lüth] Bethel historisch: Frieda von Bodelschwingh, *20.02.1874, führte seit dem Tod ihrer Mutter im Jahre 1894 den Haushalt ihres Vaters, den sie auch auf zahllosen Reisen begleitete. Was die praktische Organisation seines Lebens anging, verließ sich „Vater Bodelschwingh“ voll und ganz auf seine Tochter. Keine leichte Aufgabe für die junge Frau, die sie aber mit gesundem Menschenverstand, Humor, Energie und Umsicht meisterte. Frieda, die an der Bielefelder Cecilienschule eine höhere Mädchenbildung erhalten hatte, absolvierte einen Kursus als freie Hilfsschwester. Im September 1914 übernahm Frieda die Leitung der Lazarettabteilung im Betheler Studentenheim. 1918 gründete sie ein Heim für Munitionsarbeiterinnen in Rheda. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs begab sich Frieda nach Erkner bei Berlin, um eine Zufluchtstätte für „verirrte Frauen“ ohne Obdach und Arbeit zu errichten. 
Ihren Lebensabend verbrachte sie in ihrem Geburtshaus, Friedrich von Bodelschwinghs erstem Betheler Pfarrhaus am Jägerbrink. Am 28. Mai 1958 starb Frieda von Bodelschwingh.
Link: Bethel historisch - Die Bodelschwinghs
Friedrich von Bodelschwingh
* 14.08.1877 ev Bethel / Bielefeld    + 04.01.1946 Bethel / Bielefeld
Beruf: Evangelischer Geistlicher, Kirchenpolitiker, Bischof 
[Lüth] Bethel historisch: Friedrich von Bodelschwingh der Jüngere, wurde am 14. August 1877 als jüngstes Kind Friedrich und Ida von Bodelschwinghs in Bethel geboren. Er besuchte das Bielefelder Gymnasium und studierte von 1896 bis 1899 an den Universitäten Bonn, Basel, Tübingen, Greifswald und Göttingen Theologie. 1906 wurde Friedrich von Bodelschwingh d. J. zum Vertreter seines Vaters als geistlicher Vorsteher von Bethel gewählt und zum Pfarrer der Zionsgemeinde bestellt. Im Jahr darauf heiratete er die jüngste Schwester seiner Schwägerinnen Luise und Agnes, Julia von Ledebur.  
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wuchs Friedrich von Bodelschwingh „über Bethel hinaus in die Rolle einer der führenden Gestalten kirchlichen Lebens hinein“. Das Wort des Leiters der größten Einrichtung der Inneren Mission besaß nicht nur Gewicht im Central-Ausschuss für Innere Mission. Auch in der verfassten Kirche galt Bodelschwingh bald als moralische Autorität. So tagte der erste Kirchentag des neu geschaffenen Deutschen Evangelischen Kirchenbundes 1924 in Bethel. Die Vertreter der evangelischen Landeskirchen wähltwn ihn am 27. Mai 1933 zum Reichsbischof der unter dem Druck des NS-Staates neu geschaffenen Deutschen Evangelischen Kirche. Bodelschwingh hatte dieses Amt nicht angestrebt – auf dem kirchenpolitischen Parkett, hat er einmal geschrieben, fühle er sich „wie eine Amsel auf dem Potsdamer Platz“ –, er stellte sich aber der Verantwortung. Schon nach vier Wochen, am 24. Juni 1933, sah er sich angesichts der Einsetzung eines Staatskommissars für die evangelischen Landeskirchen Preußens, aber auch wegen der mangelnden Unterstützung aus den eigenen Reihen, gezwungen, sein Amt zurückzugeben. Er blieb aber der „heimliche Bischof“, der unermüdlich versuchte, die Gräben zwischen den Deutschen Christen und der Bekennenden Kirche nicht zu tief werden zu lassen und so die Einheit der Volkskirche zu retten. 
Friedrich von Bodelschwingh erlebte als Teilnehmer an der Kirchenversammlung in Treysa Ende August 1945 noch den Neuanfang kirchlichen Lebens nach dem Zweiten Weltkrieg mit. Am 4. Januar 1946 ist er gestorben. 
oo 1907 mit Julia von Ledebur
Link: Bethel historisch - Die Bodelschwinghs

 
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