Familienbuch Euregio

Ludwig I Karolinger
* 0778 Chasseneuil / Poitiers    + 20.06.0840 Ingelheim am Rhein
Ludwig I., genannt Ludwig der Fromme, frz. Louis le Pieux 
[Wikipedia] * 778 in Chasseneuil; † 20. Juni 840 in Ingelheim am Rhein, war König des Fränkischen Reiches und römisch-deutscher Kaiser.  
813 krönte Karl der Große seinen dritten Sohn Ludwig, schon seit 782 König von Aquitanien, in Aachen zum Mitkaiser.  
Nach dem Tode des Vaters am 28. Januar 814 wurde Ludwig Alleinherrscher des Frankenreiches und zog nach Aachen. Dort entfernte er seine Schwestern vom Hof und zwang seine drei illegitimen Halbbrüder Hugo, Drogo und Theoderich in ein Kloster. Die ersten Jahre der Herrschaft Ludwigs des Frommen waren von einem großen Reformwillen geprägt. Zahlreiche Kapitularien wurden herausgegeben, missi dominici (Königsboten) sollten die Missstände im Reich offen legen und auf verschiedenen Synoden wurde das Kirchenrecht reformiert. So wurde beispielsweise im Jahr 816 die benediktischen Regeln für alle im Frankenreich lebenden Mönche verbindlich. Stark war der Einfluss kirchlicher Berater, wie Abt Benedikt von Aniane, den Ludwig der Fromme aus Aquitanien mitgebracht hatte und dem er in der Nähe Aachens das Kloster Inda (heute Kornelimünster) erbauen ließ oder Markward, Abt von Prüm. Daneben sind sein ehemaliger Milchbruder, Ebbo von Reims, und weitere Ratgeber zu nennen.  
In Reims wurde Ludwig 816 von Papst Stephan IV. nochmals zum Kaiser gekrönt. Vielleicht durch einen Unfall, den der Kaiser wie durch ein Wunder fast unverletzt überlebte, gedrängt, regelte er schon 817, im dritten Jahr seiner Herrschaft, seine Nachfolge. In der sog. Ordinatio imperii teilte er das Reich nicht - wie es fränkischem Brauch entsprochen hätte und wie es auch Karl der Große in seiner Divisio regnorum von 806 vorgesehen hatte - einfach unter seinen drei Söhnen auf, sondern fand eine Sonderregel für das Kaisertum. Lothar, der älteste Sohn aus der ersten Ehe mit Irmingard, wurde durch Ludwig den Frommen in Aachen zum Mitkaiser gekrönt. Ihm stand die Nachfolge im Kaisertum zu, und er sollte eine Art "außenpolitische" Hoheit über das Gesamtreich erhalten. Die nachgeborenen Söhne Pippin und Ludwig wurden ihm untergeordnet, konnten nur auf "innenpolitischer" Ebene in ihren Teilreichen entscheiden. Pippin bekam Aquitanien und Ludwig den östlichen Teil des Fränkischen Reichs. König Bernhard von Italien, ein (illegitimer?) Neffe Ludwigs des Frommen, der von Karl dem Großen in Italien eingesetzt worden war, wehrte sich gegen die Bestimmungen der Ordinatio imperii, da er seine Herrschaft über Italien gefährdet sehen musste. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, der zunächst zum Tode verurteilte Bernhard zur Blendung "begnadigt", bei deren Durchführung er allerdings starb.
Eltern: Karl der Große Karolinger und Hildegard von Wintzgau
Link: Ludwig I, der Fromme
Persönlichkeiten im Spiegel Aachener Straßen
Judith von Welf
[Wikipedia] Seit 819 hatte sich die persönliche Umgebung Ludwigs auch deshalb verändert, weil er sich nach den Tod seiner ersten Frau ein zweites Mal verheiratet hatte. Bevor er sich für eine Braut entschied, hatte Ludwig nach byzantinischem Vorbild eine Art Schönheitskonkurrenz ausschreiben lassen, aus der Judith, eine Angehörige der Familie der Welfen, als Siegerin hervorging. Judith hat schon bald auf ihren Gemahl großen Einfluß gewonnen, und sie ist für manche Turbulenzen verantwortlich, die in den kommenden Jahren nicht nur den Kaiserhof, sondern das ganze Reich in große Schwierigkeiten brachten. Nach Ablauf des ersten Ehejahres hatte sie eine Tochter geboren; und 823 ging aus der Ehe noch ein Sohn hervor, der den Namen Karl erhielt. Ein Kind mit diesem Namen konnte nicht von der Herrschaft ausgeschlossen werden, das heißt es deutete sich an, dass die Nachfolgeordnung von 817 umgestürzt und dieser Sohn als Haupterbe oder wenigstens als Miterbe eingesetzt werden sollte. Um dieses Ziel zu erreichen, suchte Judith die Macht ihrer Familie zu vermehren und auch die Verbindung mit ihren Stiefsöhnen zu vertiefen. Ihren Brüdern hatte sie schon gleich nach der Heirat Besitz und wichtige Ämter verschafft; jetzt wurde Judiths jüngster Stiefsohn Ludwig (der Deutsche) mit ihrer Schwester Hemma verheiratet, und auch ihr Bruder Konrad trat durch seine Ehe mit der Schwägerin des ältesten Kaisersohnes Lothar in den Kreis der Verwandten des Kaiserhauses ein. Lothar war übrigens 826 Pate seines Halbbruders Karl geworden. In dem Rahmen von Judiths Ehepolitik gehört vielleicht auch die Verbindung Bernhards von Septimanien mit Dhuoda; diese war möglicherweise eine nahe Verwandte Judiths, und Bernhard wurde später für kurze Zeit der mächtigste Mann am Kaiserhof.  
Um die Macht Judiths und ihrer Vertrauten zu stärken, sollten dann auch die bisherigen Berater des Kaisers ausgeschaltet werden. Für dieses Vorhaben war günstig, dass die Reichsversammlung im Februar 828 die Grafen Hugo von Tours und Matfried von Orleans der Feigheit für schuldig erklärte, weil sie im Feldzug gegen die Sarazenen im Vorjahr eine Schlappe erlitten hatten. Und nach dem Einfall der Bulgaren nach Pannonien (827) wurde der zuständige Markgraf Balderich von Friaul abgesetzt. Das Jahr 829 brachte dann geradezu einen Staatsstreich: Auf einer Reichsversammlung in Worms ließ Ludwig seinem jüngsten Sohn Karl ein eigenes Teilreich (nämlich Schwaben) zusprechen, wodurch das Erbe der älteren Söhne verkleinert wurde. Gleichzeitig mit diesem Bruch der Ordinatio imperii von 817 fand auch ein Revirement am Hof statt, dem Wala zum Opfer fiel. Das wichtige Amt des Kämmerers wurde an Judiths Günstling Bernhard von Septimanien übertragen. ...
Link: Ludwig I, der Fromme
2 Kinder
Gisela Karolinger
[Wikipedia] Gisela (820–874), heiratete um 836 Eberhard, Markgraf von Friaul (Unruochinger) († 16. Dezember 864); beide wurden in Cysoing begraben
mit Eberhard von Friaul
10 Kinder: Eberhard, Ingeltrud, Unruoch III, Berengar I, Adalhard, Rudolf, Alpais, Heilwig, Gisela, Judith
Karl II Karolinger
* 13.06.0823 Frankfurt am Main    + 06.10.0877 Avrieux
Römischer Kaiser Karl II., der Kahle 
[Wikipedia] Kaiser Karl II., der Kahle, *13. Juni 823 in Frankfurt am Main; † 6. Oktober 877 in Avrieux bei Modane aus dem Adelsgeschlecht der Karolinger war von 843 bis 877 westfränkischer König und von 875 bis 877 König von Italien und römischer Kaiser. Karl war der jüngste Sohn Ludwigs des Frommen aus dessen zweiter Ehe mit Judith. (Viel später aber, als Karl 844 den Grafen Bernhard von Septimanien hinrichten ließ, berichtete eine Legende, Karl habe Bernhard auch aus Rache für dessen Ehebruch mit Karls Mutter Judith getötet, möglicherweise war Karl also gar nicht Ludwigs leiblicher Sohn, sondern Bernhards Sohn, eine vor allem von Karls rivalisierenden Brüdern aufgebrachte Behauptung.) Sein Beiname könnte darauf hindeuten, dass Karl von seiner Geburt 823 bis zum Reichstag in Worms 829 im Gegensatz zu seinen älteren Brüdern im Hinblick auf sein späteres Erbe noch nicht versorgt war, also „kahl“ im Sinne von landlos/besitzlos. Ein ihm gewidmetes Poem des zeitgenössischen Dichtermönchs Hugbert vom Kloster St. Amans unter dem Titel De laude calvorum (Vom Lob der Kahlköpfe) könnte dagegen ein Hinweis auf die tatsächliche Kahlköpfigkeit Karls sein. Im Alter von sechs Jahren wurde Karl im August 829 zum dux Alemanniae ernannt. Bereits 838 wurde er zum Unterkönig von Neustrien (nördliches Frankreich) gekrönt. Nach dem Tod Kaiser Ludwigs 840 und dem gemeinsam mit Ludwig dem Deutschen errungenen Sieg über den ältesten Bruder Lothar I. in der Schlacht von Fontenoy 841 fiel im Vertrag von Verdun 843 das westliche Drittel des Reichs von den Pyrenäen bis zur Schelde an Karl. Wenig später wurde ihm von seinen Getreuen der ihn in seiner Machtfülle stark einschränkende Vertrag von Coulaines (November 843) aufgezwungen. Dem dadurch konsolidierten Westfrankenreich fügte er 848 schließlich, nach der Absetzung seines Neffen Pippin II., die direkte Herrschaft über Aquitanien hinzu. Nach dem Tod Lothars II. 869, dem Herrscher im nördlichen Drittel des 855 von Lothar I. geteilten Mittelreiches, versuchte er, dessen gesamtes Gebiet seinem Westreich anzuschliessen, musste es jedoch 870 im Vertrag von Mersen mit seinem Halbbruder Ludwig dem Deutschen teilen. 
Nach dem Tode seines kinderlos gebliebenen Neffen Ludwig von Italien im Jahre 875 erbte er dessen italienisches Königreich, zu dem seit dem Tode seines Neffen Karl von der Provence im Jahre 863 auch der Großteil Burgunds gehörte. 
Am 25. Dezember 875 wurde Karl in Rom zum römischen Kaiser gekrönt. Karls Erben waren im Westfrankenreich Ludwig der Stammler und in Italien sein ostfränkischer Neffe Karlmann, ältester Sohn des ostfränkischen Königs Ludwig der Deutsche; in Burgund begründete 879 Boso von Vienne das Königreich Niederburgund. Karl der Kahle wurde in Nantua bestattet und später in die Basilika Saint-Denis umgebettet. Karl hat zweimal geheiratet: am 14. Dezember 842 Irmentrud (825–869) in der Abtei Hasnon bei Valenciennes), Tochter des Grafen Odo von Orléans (Geroldonen, Konradiner)und am 22. November 870 Richildis von der Provence († 2. Juni 910), Tochter des Grafen Buvinus von Metz und der Richeut von Arles (Buviniden), Schwester des Boso von Vienne.
∞ 14.12.0842 Quierzy mit Irmendtrud von Orléon
9 Kinder: Ludwig II, Judith, Karl, Karlmann, Lothar, Ermtrud, Hildegard, Gisela, Rotrud
∞ 22.11.0870 mit Richildis von der Provence
5 Kinder: Rothild, Drogo, Pippin, NN, Karl
Link: Römischer Kaiser Karl II, der Kahle

 
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