Familienbuch Euregio

Heinrich August Prym
* 10.07.1843 ev Stolberg / Rhld.    + 29.11.1927 Stolberg / Rhld.
Beruf: Messingfabrikant in Stolberg 
[Lüth] [AachenCasino] N°737, Heinrich August Prym, Fabrikant, Inhaber der Firma William Prym in Stolberg, Messing- und Panzerwarenfabrikant, *10.07.1843 in Stolberg, +29.11.1927 auf Haus Waldfriede in Stolberg, war Kriegsteilnehmer 1870/71 
[Prym] Helene von Conta schrieb über ihren Vater Heinrich August Prym: 
"Unser Vater hatte als Kind die schweren pekuniären Sorgen miterlebt. Das Geld reichte nicht einmal zum Einjährigen. Mit 14 Jahren kam er zu seinem Onkel Schoeller, der eine Tuchfabrik in Düren besaß, in die Lehre. Er arbeitete gerne dort und lernte viel. Als aber sein Onkel, der keine Kinder hatte, ihm anbot, immer zu bleiben, meinte er, in der Tuchfabrikation müsse man zu sehr mit Pfennigen rechnen, ihm wäre das Rechnen mit Mark in der Messingindustrie lieber. Darauf ging er ein Jahr als Arbeiter nach England, um die damals führende englische Nadel- und Kettenfabrikation kennenzulernen. Er arbeitete hart und benutzte die Nacht, um Zeichnungen von englischen Maschinen mit Verbesserungen von seiner Seite anzufertigen." 
Heinrich August Prym fand bei seiner Rückkehr nach Stolberg ein schweres Arbeitsfeld vor. Mit einigen Arbeitern richtete er in einem Schuppen auf dem Derichsberg eine Werkstätte ein, in der er mit ein paar ihm und seinem Bruder Gustav Wilhelm treu ergebenen Leuten arbeitete. Nach der Erfindung der ersten selbsttätigen Maschine war den beiden jungen Leuten der Weg gebahnt. Den beiden ersten selbsttätig hergestellten Fabrikaten, Haken und Augen sowie feinen Kettchen schloss sich im Jahre 1860 die Fabrikation von Stecknadeln in der damals von Alters her gebräuchlichen Methode mittels Handarbeit an. Mit Fabrikation und Verkauf dieser drei kleinen Gebrauchsgegenstände, die die damalige Zeit in ausgesprochener Mißachtung als kleinen unbedeutenden Krimskram bezeichnete, vollzog sich nunmehr die weitere Entwicklung des William-Prym-Unternehmens. Zur bedeutensten aller Fertigfabrikationen hatte sich zwischen 1899 und 1914 die Druckknopffabrikation entwickelt. 
Helene von Conta schrieb über den Lebensabend ihres Vaters: "In den 10 Jahren, da Heinrich August Prym seine Gattin überlebte, war die große Halle auf Waldfriede sein Lieblingsaufenthalt. Einsam und allein wohnte er in dem großen Haus, in der großen Halle. In einer Nische unter den Blumen stand seiner Frau Urne. Oft saß er davor. In den letzten Jahren seines Lebens las er viel: geschichtliche und philosophische Werke, Biographien, Bücher über Technik. Wer sich mit ihm darüber unterhielt, war erstaunt über sein gründliches Wissen. Man hätte ihn hinstellen können, wohin man wollte, dieser geniale Mann hätte alles gemeistert. Nach außen trat er wenig in Erscheinung. Er lebte nur seiner Arbeit für das Werk, sprach nicht von dem, wo er half, aber aus seinem Nachlass ist zu erkennen, wie Unzähligen er stillschweigend geholfen hat. Er war unsagbar bescheiden. 35 Jahre lang lief er in seinem alten Lodenmantel, der aber trotzdem sauber und ordentlich aussah, zur Fabrik. Die Anzüge wurden geschont, die Autos von ihm wenig benutzt." 
Am 09.08.1922 ernannte die Stadt Stolberg Heinrich August Prym, durch dessen unermüdliche Schaffenskraft die William-Prym-Werke in Stolberg Weltgeltung erhalten hatten und der wegen mehrerer Stiftungen zum Wohltäter der gesamten Bevölkerung Stolbergs geworden war, zum Ehrenbürger. 
Heinrich August Prym starb in seiner Villa Waldfriede am 29.11.1927.
Eltern: William Prym und Julie Wilhelmine Stoltenhoff
Casinogesellschaft Aachen
Hermine Merttens
* 19.01.1851 ev     + 22.04.1918 Stolberg / Rhld.
Ludovica Hermina Isodora Antonia Henrietta Mertens 
[Prym] Hermine Prym war eine sozial engagierte Frau. Kurz vor ihrem Tod stellte sie 200.000 Mark zur Verfügung, um die von ihr in Stolberg gegründete Kinderspeisung weiterhin fortführen zu lassen. Heinrich August Prym erhöhte diesen Betrag zum dauernden Andenken an seine Frau auf 1 Million Mark. Durch die Geldentwertung verlor die Hermine-Prym-Stiftung ihre Bedeutung. 1952 enschloss sich der Vorstand der Stiftung, das Restvermögen in Höhe von DM 24.000 an Das Heim des guten Samaritan zur Mitfinanzierung eines Altersheimes zu übergeben. Die Familie Prym verband mit dieser Übergabe lediglich die Auflage, dass bei der Aufnahme in das Heim keine konfessionellen Unterschiede zwischen katholischen und evangelischen Interessenten gemacht werden sollten. 
Eltern: Friedrich Ludiwg Karl Christian Merttens und Luise Hermine Franziska Georgina Ritter.
  30.08.1873 Wissen / Sieg
[Prym] Die Eheleute Prym ließen für die Familie ''Haus Waldfrieden' bauen, dass im Jahre 1910 fertig gestellt wurde. Die Urkunde lautet darüber: 
''Quod felix, faustum fortunatumque sit!'' 
(Dies möge glücklich, günstig und heilbringend sein!) 
"Allhier auf dem Dubbelkopf in Büsbacher Gemarkung bei Stolberg im Rheinland im Jahre des Heils 1910, das drei Kometen schaute, darunter den Halleyschen, erbauten Herr August Prym, Messingfabrikant in Stolberg (Rhld.), 67 Jahre alt, und seine Ehefrau Hermine geborene Merttens von der Herrgottsau bei Wissen, 59 Jahre alt, dieses feste, bequem und behaglich eingerichtete Landhaus an der Stelle, die sie schon im Jahre 1882 erworben und zuerst mit einem lichten Blockhaus bebaut hatten. Von stattlichen Buchen umgeben, diente das Blockhaus als Sommersitz und nach Erweiterung und Einbau einer Heizungsanlage auch als Winterwohnung für die Erbauer und ihre Kinder in manchen Jahren ernster, von reichen Erfolgen gekrönten Arbeit in glücklichem Familienleben, bis es alt und baufällig war, zugig und kalt und für Kinder und Enkelkinder zu eng geworden war. Der notwendige Neubau, acht Jahre lang unter Beratung mit namhaften Architekten reiflich erwogen, wurde schließlich von Emanuel Seidl in München zur Zufriedenheit der Bauherren entworfen und, wie eingangs gesagt, 1910 nördlich neben dem alten, zum Abbruch bestimmten Blockhaus augeführt. Es gehört dazu ein großer, von dem Bauherren angelegter Park mit Treibhäusern und hinter diesem ein massives Wirtschaftsgebäude mit zahlreichen Wiesen. Möge den Erbauern hier ein glücklicher Lebensabend im Kreise ihrer 5 Kinder und 11 Enkelkinder beschieden sein! Das walte Gott! 
Er schirme und schütze dieses Haus zu allen Zeiten. So gegeben auf der Baustelle am 1. September 1910, dem Tage, da vor 50 Jahren der Bauherr iim elterlichen Geschäft seine Lebensarbeit begann. 
August Prym, Hermine Prym geborene Merttens und deren Kinder, Helene, verheiratet mit Reg.-Rat Dr. Walther von Conta in Wiesbaden, Hans, verheiratet mit Olly geborene Gütschow in Weißenbach, Alice, verheirat mit wirklichem Geheimen Oberregierungsrat Walthr Dombois in Berlin, Wanda, verheiratet mit Landrat Hermann Gerdes in Waldbröhl, Irma, verheiratet mit Landwirt Edwin Hasenclever, Haus Merberich bei Langerwehe" 
5 Kinder
Helene Prym
* 14.12.1874 ev Stolberg / Rhld.    + 21.07.1958 München
Helene Julie Louise Prym 
[Prym]  
oo 14.10.1895 in Aachen Dr. Eduard Christian Eugen Walter von Conta 
4 Kinder
Hans Prym
* 20.12.1875 ev Stolberg / Rhld.    + 23.06.1965 Aachen
Hans Friedrich Prym 
Beruf: Unternehmer 
[Lüth] [AachenCasino] N°973, Hans Friedrich Prym, *20.12.1875 in Stolberg, Sohn von Heinrich August Prym und Hermine Merttens, war verheiratet mit Olga Gütschow, Schwester von Bernhard Gütschow . Das Paar hatte 7 Kinder. 
Hans Prym war Fabrikant in Stolberg, Inhaber der Firma "William Prym". 
Anhang N°973: Er starb am 25.06.1965 in Aachen. 
[DeutscheBiographie] Die Kupfermeisterfamilie Prym, Hans Friedrich Prym, *1875, +1965, Sohn des Heinrich August, heiratete 1903 die aus Russland stammende Olga Gütschow (1884–1975). Aus der Ehe gingen 6 Söhne hervor, von denen vier im Unternehmen tätig wurden.
∞ 14.05.1903 Wiesbaden mit Olga Gütschow
3 Kinder: Hans-August, Axel, Dieter
Link: Aachener Zeitung: Prym-Enkel lässt Millionen-Mercedes einkassieren
Casinogesellschaft Aachen
Alice Agathe Prym
* 14.11.1876 ev Stolberg / Rheinland    + 08.02.1962 Meran
[Lüth] [Heidermanns] Alice Agathe Prym, *14.11.1876 Stolberg; evangelisch; Tochter von Heinrich August Prym und Ludovica Hermina Isidora Antonia Henriette Merttens; Heirat 02.09.1898 in Stolberg mit Walter Dombois  
[Prym] Alice Agathe Prym, *14.11.1876 Stolberg / Rhld., +08.02.1962 Meran, Heirat am 02.09.1898 in Stolberg mit Walter Adolph Hermann Dombois, 3 Kinder, Tochter von Heinrich August Prym und Hermine Merttens
∞ 02.09.1898 Stolberg / Rheinland mit Walter Dombois
1 Kind: Gisela Alice
Irma Prym
* 23.09.1877 ev Stolberg / Rhld.    + 14.01.1960 Langerwehe
Irma Thekla Ismene Prym 
[Prym]
∞ 16.03.1900 Stolberg / Rhld. mit Edwin Hasenclever
Wanda Prym
* 23.09.1877 ev Stolberg / Rhld.    + 03.10.1966 Freiburg i. Br.
Wanda Julie Prym 
[Prym] 
oo 30.11.1907 in Wiesbaden mit Hermann Rudolph Gerdes 
Wanda Prym ermöglichte 1956 die Gründung des ersten SOS-Kinderdorfs in Deutschland.

 
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